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IP Day an der OTH Regensburg sensibilisierte die Teilnehmenden mit einem praxisnahen Programm für den Umgang mit geistigem Eigentum

Am 24. Juni 2025 fand zum zweiten Mal der IP Day an der OTH Regensburg statt – diesmal organisiert vom GründungsHUB Ostbayern, dem Verbundprojekt der ostbayerischen Hochschulen zur Förderung von Gründungen an Hochschulen. Ziel der Veranstaltung war es, Gründerinnen und Gründer, Forschende sowie weitere Interessierte für den strategischen Umgang mit geistigem Eigentum (Intellectual Property, kurz: IP) zu sensibilisieren.

Mit einem praxisnahen Programm, vielfältigen Impulsen und fundierten Perspektiven der Expertinnen und Experten bot der IP Day 2025 aktuelle Einblicke in die Welt der Schutzrechte und Raum für fachlichen Austausch mit lebendigen Diskussionen. Den thematischen Rahmen gestalteten vier Fachbeiträge, die das Thema IP aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten:

Prof. Dr. Christian Stauf (OTH Amberg-Weiden) zeigte in seinem Beitrag auf, wie Patente, Marken, Designs und Urheberrechte gezielt eingesetzt werden können, um Innovationen abzusichern, Geschäftsmodelle zu schützen und Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Gerade für Start-ups sei dies essenziell, um Risiken zu minimieren und Chancen voll auszuschöpfen, ganz nach dem Motto: „Schutzrechte haben Power.“

Start-ups benötigen eine durchdachte IP-Strategie 

Prof. Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors (OTH Regensburg) betonte die Bedeutung geistigen Eigentums als strategisches Asset. Sie machte deutlich, dass IP je nach Branche und Geschäftsmodell ganz unterschiedlich relevant sein kann – gerade für Start-ups sei eine durchdachte IP-Strategie aber ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum und eine klare Positionierung am Markt.

Der Patentanwalt Dr. Malte Köllner widmete sich der Frage, welche Rolle KI im Erfindungsprozess spielt. In seinem Vortrag zeigte er, dass KI zwar kreative Impulse liefern kann, die rechtliche Verantwortung jedoch beim Menschen bleibt. „Wer nur Befehle ausführt, ist kein Erfinder“ – mit diesem Zitat machte er deutlich, dass der Erfinder im patentrechtlichen Sinne eine z.B. natürliche Person sein muss.

Gut vorbereitet zum Erfolg

Peter Erdödy, CEO von Octimine, demonstrierte anhand einer Live-Recherche, wie wichtig frühzeitige Freedom-to-Operate-(FTO)-Analysen für Start-ups und Unternehmen sind. Recherchesoftware wie Octimine erleichtert den Zugang zur komplexen Patentlandschaft und hilft, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen. Seine Botschaft: „Action plan to ship safely“ – wer vorbereitet ist, spart Zeit, Ressourcen und schützt sein Geschäftsmodell.

Beim anschließenden Get-together nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich weiter auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und konkrete Fragestellungen zu vertiefen. Die OTH Regensburg bedankt sich herzlich bei allen Speakerinnen und Speakern sowie bei allen Gästen für ihr großes Interesse und den offenen Dialog.

Bild 1: Prof. Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors (OTH Regensburg) betonte die Bedeutung geistigen Eigentums als strategisches Asset. Foto: OTH Regensburg/Start-up Center

Bild 2: Mit einem praxisnahen Programm, vielfältigen Impulsen und fundierten Perspektiven der Expertinnen und Experten bot der IP Day 2025 aktuelle Einblicke in die Welt der Schutzrechte und Raum für fachlichen Austausch mit lebendigen Diskussionen. Foto: OTH Regensburg/Start-up Center

Hintergrund: Businessplan Wettbewerb Nordbayern

Der Businessplan Wettbewerb Nordbayern fördert gezielt Gründende und Start-ups aus Franken und der Oberpfalz in drei Wettbewerbsphasen. Die einzelnen Phasen reflektieren die verschiedenen Entwicklungsschritte der Gründung eines Unternehmens – von der Erarbeitung der Geschäftsidee, dem Geschäftsmodell, der Analyse des Marktumfeldes bis hin zur Planung von Finanzierung und Umsatzentwicklung. Für jede Einreichung im Wettbewerb bekommen alle Teilnehmenden – nicht nur die Siegerteams – qualifiziertes schriftliches Feedback von einer ehrenamtlichen Expertenjury aus erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern, Kapitalgeberinnen und -gebern und Kennerinnen und Kennern der Gründerszene. Der Wettbewerb wird von BayStartUP organisiert. In diesem Jahr haben 93 Teams an Phase 1 des Wettbewerbs teilgenommen. Neueinsteiger, die in Phase 1 noch nicht dabei waren, können aktuell noch zu Phase 2 und 3 einsteigen. Studierende und Hochschulangehörende, die noch bei Phase 2 und 3 des Business Plan Wettbewerb Nordbayern mitmachen möchten, können sich durch das OTH Start-up Center beraten und coachen lassen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen gibt es unter: www.baystartup.de

Alle Aktivitäten rund um das Thema Gründung, Selbstständigkeit und Unternehmensnachfolge sind auf der Website des Start-up Centers der OTH Regensburg zu finden: Start-up Center.